Vorgeschichte
Bereits 2018 erhob Trump Zölle von 25% auf Stahl und 10% auf Aluminium, dehnte das dann auf die EU, Kanada und Mexiko aus. In seiner zweiten Amtszeit begann Trump dann am Liberation Day, dem 2.April 2025, seinen Wirtschaftskrieg gegen den Rest der Welt.
Unmittelbar nach der Amtseinführung im Januar 2025 kündigte Trump 25% Zölle gegen Kanada und Mexiko an, und setzte sie wenige Stunden später wieder aus. Quelle: Capital
Ab 12. März 2025 galten 25% Zölle auf Stahl und Aluminium weltweit, inklusive EU. Industrie- und Handelskammer Ende März 25% auf Autos.
Am 2. April 2025, dem Liberation Day der USA, kündigte Trump reziproke Zölle gegen über 180 Länder an. Quelle: Capital
Am 8.-9. April 2025 erhöhte Trump die Zölle für China schrittweise. Erst auf 84%, dann auf 125%, woraufhin China seinerseits mit 125% auf US-Waren reagierte. Der Gesamtzollsatz auf chinesische Waren betrug damit 145%.
Im Mai 2025 verdoppelte Trump die Stahlzölle auf 50%. Quelle: INDUSTRIEMAGAZIN
Am 10.-11. Mai 2025 trafen sich US-Finanzminister Bessent und Handelsbeauftragter Greer mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng in Genf. Über zwölf Stunden. Ergebnis: Die USA senkten die Zölle auf China von 145% auf 30%, China von 125% auf 10% für 90 Tage.
Nach dem China-Deal im Mai folgte das gleiche Muster in allen Richtungen. Drohung, Frist, Verlängerung, neue Drohung.
Juli 2025: Die für den 9. Juli geplanten höheren Zölle wurden auf den 1. August verschoben, mehr Zeit für "Verhandlungen". Quelle: AHK USA. Am 12. Juli hatte Trump die EU-Zölle auf 30% erhöht. Blick Und das Schweizer Beispiel ist fast komisch: Die Schweizer Bundespräsidentin rief Trump zweimal an. Beim zweiten Gespräch musste sie "No Deal" verkünden. Trump sagte danach öffentlich: "Die Frau war nett, aber sie hörte mir nicht zu. Ich wusste nicht, wer sie war." Quelle:SRF. Am 27. Juli 2025 einigten sich EU und USA im Zollstreit auf 15% als Basiszollsatz, bekräftigt durch ein Joint Statement am 21. August. Rechtsverbindlich war die Erklärung jedoch nicht. Quelle: IHK für Oberfranken Bayreuth.
Die Medienberichtertattung zeigte ein Bild, das weniger wie Verhandlungen auf Augenhöhe, denn wie Bittsteller, die um Audienz baten, wirkten.
Ab August verdichtete sich das Muster. Deals, Klagen und neue Eskalationen. Ab 7. August galten dann die Strafzölle für die meisten Länder. Ende August erklärte ein US-Berufungsgericht die IEEPA-Zölle mit 7 zu 4 Richterstimmen für rechtswidrig.
Die Zölle blieben bis 14. Oktober in Kraft, die Regierung kündigte an, den Supreme Court anzurufen. Quelle: Legal Tribune Online
4. November 2025: Trump empfängt mehrere Schweizer Wirtschaftsführer im Oval Office. Während Swatch mit vertauschten Ziffern protestierte, reisten die Chefs andere Schweizer Luxusmarken mit dem Privatjet nach Washington, um im Oval Office um Gnade zu bitten. Höflich, diskret und natürlich mit Geschenken, wie ein Goldbarren mit Personalisierung und Rolex-Uhren, die mehr glänzten als jede Zollstatistik. Breitling, IWC und Rolex. Die Konkurrenz von Swatch war geschlossen angetreten, um beim amerikanischen Präsidenten vorbeizuschauen. Sogar Fifa-Boss Gianni Infantino wurde zum Hoffnungsträger der Nation. Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour setzte noch eins drauf und lud Trump in die VIP-Loge der US Open ein. „Keine Buhrufe, garantiert“, soll er gesagt haben. Die Milliardäre traten in Aktion, drei Monate, nachdem sich eine offizielle Delegation unter Anführung der Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter bei Trump eine Abfuhr eingehandelt hatte. Der Unternehmerbesuch bei Donald Trump war ein Schauspiel, das selbst politikerprobte Schweizer Lobbyisten erröten ließ. Quelle: Focus
Im Februar 2026 erklärte das Surpreme Court der USA die Zölle für rechtswidrig. Trumps Zollbefugnis auf Basis des IEEPA-Notstandsgesetzes wurde für unzulässig erklärt. Der Kongress hätte entscheiden müssen, nicht der Präsident per Dekret.
Die IEEPA-Zölle wurden ab 24. Februar 2026 aufgehoben. Aber zur Vermeidung eines Zoll-Vakuums ersetzte die US-Regierung sie sofort durch neue Zölle auf anderer Rechtsgrundlage. Section 122 des Trade Act von 1974 mit 10%, voraussichtlich steigend auf 15%, gültig für 150 Tage. Quelle: WKO. Die Section-232-Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos bleiben weiterhin in Kraft, die waren nie IEEPA-basiert. Quelle: GTAI. Für Rückerstattungen müssen Importeure aktiv Anträge stellen. Eine automatische Erstattung gibt es nicht. Das System dafür ist noch im Aufbau, frühestens Ende April 2026. Quelle: GTAI