Glaskulisse

Bürokratiedeutsch-Reform

Denkbar - und längst überfällig


Jeder hat sich schonmal mit Formularen herumgeschlagen. Spätestens bei der Steuererklärung. Das geht dann sogar so weit, dass man einen Buchhalter engagieren muss, der wahrscheinlich bürokratisch als Hauptfach in seiner Ausbildung hatte. Bürokratisch ist sowieso die Vergewaltigung der deutschen Sprache.

Alle Nase lang gibt es Rechtschreib-Reformen. Wenn sich die Fehlerquoten in den Schulen häufen zum Beispiel. Dann darf man plötzlich auch Kaktusse schreiben, statt Kakteen. Oder Delfin, statt Delphin (entlehnt aus lat. delphīnus, griech. delphís (δελφίς), spätgriech. delphín (δελφίν)), alles mit ph, aber gut, Delfin. Es soll ja einfacher sein. Warum dann auch nicht bürokratisch?

„Der Antragsteller wird hiermit aufgefordert, zwecks Bearbeitung der Angelegenheit unter Bezugnahme auf das Aktenzeichen XY-3487 innerhalb der gesetzten Frist die nachfolgenden Unterlagen beizubringen.“ Das geht auch viel einfacher: "Bitte schicken Sie uns folgende Unterlagen." Das wäre dann auch gleich klimafreundlicher, weil weniger Papier verbraucht würde. Noch besser wäre digitalisiert, obwohl auch das Energie verbraucht.

Als Maßstab könnten Durchschnittsschüler der 9. Klasse einer Gesamtschule dienen. Die späteren Durchschnittsbürger, die jetzt Delfin mit f schreiben, weil es einfacher zu merken ist. Dann müssten Formulierungen auf formularen so oft vereinfacht werden, bis eine ganze Schulklasse den Text leicht versteht.


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