Die letzten Jahre waren Krisenjahre, gefüllt von Epidemien, Kriegen, politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen. Jetzt soll es wieder aufwärts gehen. Man will alles wieder großartig machen. Es soll wieder gelacht werden können. Probleme waren gestern.
Heute baut man wieder Ballsäle, um das fröhliche Beisammensein im schmucken Golddekor tanzend und feiernd genießen zu können. Man scheint so begeistert von der Idee zu sein, dass schon auf den Straßen für den Maskenball Tanzschritte geübt werden. Ein paar Einsparungen hier und da nimmt man dafür sicher gern in Kauf.
Ganz oben auf der Liste der neuen Bewegungsformen ist der Repräsen-Tanz der Macht: Drei Schritte zurück, ein Schritt vor und in der Drehung nimmt man ein paar Sektgläser vom Tablett, das in schickem Geo-Design gereicht wird.
Elegante Appetithäppchen, Amuse-Bouche, wie Camembert-Cornflakes-Praline auf Preisselbeer-Kompott und Himbeer-Mousse in Öl schwimmend, werden von einem venezolanischen Sternekoch gereicht. Das soll die Gaumen auf die eigentliche Mahlzeit vorbereiten.
Die große Europäische Platte war leider aus. Auch der Dessertwunsch nach grönländischem Kahlúa-Whiskey-Kaffee-Eis mit Wildbeer-Schlagsahne, in batteriebetriebenen Leuchtgläsern, konnte nicht erfüllt werden.
Doch Sterneköche sind kreativ. Es müssen ja nicht immer exotische Zutaten sein. Ein guter Koch kann aus wenigen Mitteln großartige Gerichte zaubern.
##HändeWegVomTeller