Worte sind gefährlich. Sie können verletzen, verstören, vielleicht sogar jemanden zum Nachdenken bringen und wer will das schon? Deshalb gibt es Filter, Triggerwarnungen, Safe Spaces. Ein falsches Wort, und zack: gelöscht.
Metall dagegen ist harmlos. Man kann daraus Kochtöpfe machen. Oder eben Waffen. Und die darf dann jeder haben, vom Vorstadtcowboy bis zur Oma mit Rheuma. Schließlich schützen Kugeln vor Eindringlingen, nicht vor Ideen.
So lebt wir in einer Welt, in der ein Satz gefährlicher ist als ein Schuss. Wo ein bissiger Kommentar härter bestraft wird als ein geladenes Magazin. Die goldene Regel lautet: Halt die Klappe, aber halt die Knarre. Natürlich hat auch das seine Liturgie. Während Worte noch geprüft, gefiltert, geglättet werden, gilt beim Waffenbesitz das Sakrament der Freiheit: Du bist, was du trägst. Wer schweigt, schießt. Wer zweifelt, lädt nach. Und irgendwann begreift man, dass das größte Risiko für die öffentliche Sicherheit kein Sturmgewehr im Kofferraum, sondern eine spitze Zunge ist.
Doch immerhin bleibt uns die Gewissheit: Wenn eines Tages die Demokratie zusammenbricht, wird es nicht an Kugeln liegen, sondern an Sätzen. Und irgendjemand wird garantiert den passenden Hashtag finden:
#BangBangAberBitteKorrekt