Sprache, so sagt man, ist lebendig. Aber manchmal wirkt sie wie ein Model auf dem Laufsteg: jeden Monat ein neues Outfit, das nächste noch absurder als das letzte.
Im Mittelalter trug man Latein – das kleine Schwarze der Gelehrten. Wer etwas auf sich hielt, nuschelte in Deklinationen, damit das Volk draußen brav dachte: Wow, das muss klug sein.
Am Hof gab’s französische Floskeln: „Parlez-vous?“ Weil Macht natürlich besser klingt, wenn sie importiert ist.
Die Bürokratie hingegen kleidete sich in schwerem Amtsdeutsch, das jeden Satz so aufblähte, dass man eine Schubkarre brauchte, um ihn zu transportieren. Kein Wunder, dass die meisten Bürger irgendwann sagten: „Mir egal, ich unterschreib’s.“
Dann kam die Jugendsprache, mit „krass“ und „geil“. Wörter, die alles abdeckten vom Mathetest bis zum Weltuntergang. Comics warfen „Pow!“ und „Zack!“ in den Ring. Später kam das Internet mit seinen „lol“ und „rofl“, als ob Sprache auf der Tastatur ausrutschen würde.
Und jetzt gibt es die Prompt-Sprache. Menschen reden nicht mehr, sie konfigurieren. „Bitte antworte mir kurz, ironisch, aber empathisch, in maximal zwei Sätzen.“ Ehepaare diskutieren in Parametern. Schüler sagen zum Lehrer: „Bitte erklären Sie Photosynthese in kindgerechtem Stil, mit Emoji.“
So zieht die Sprache weiter ihre Runden auf dem Laufsteg: mal im Talar, mal im Anzug, mal im Hoodie, mal als Chatfenster.
Und wir laufen hinterher, brav applaudierend, während der nächste Anglizismus schon die Schuhe wechselt.
Doch immerhin bleibt uns die Gewissheit: Die Sprache mag sich ständig verkleiden, aber am Ende bleibt sie immer dieselbe Diva.
#ZackBoomAberPrompt