TINTENSCHURKE · Satirische Kolumne

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Grobe Vernachlässigung

Alltag der Politik


Manchmal erinnert die politische Bühne an einen unbeaufsichtigten Kindergarten. Alle schreien durcheinander, keiner teilt, und wer gerade den Bauklotz „Macht“ in der Hand hat, beansprucht damit automatisch die pädagogische Leitung. Fällt das nicht unter grobe Vernachlässigung? Und wer sind die Schuldigen? Die Schuldfrage wird, wie immer, im Stuhlkreis behandelt.

Sind es die antiken Schriftrollen, die einst als tiefgründige Leitplanken gedacht waren und heute als Bastelpapier für neue Gesetze dienen? Oder sind es die Wähler, die brav ihren Multiple-Choice-Bogen ausfüllen, in der Hoffnung, diesmal sei die richtige Antwort dabei? Vielleicht liegt das Problem darin, dass Demokratie zwar Beteiligung verspricht, aber nur zwischen den Fragen erlaubt.

Die Kinder spielen also weiter. Einer malt Grenzen, der andere wischt sie wieder weg. Manche basteln an der Zukunft, andere an der Karriere.

Und wenn wieder etwas umfällt, ruft jemand nach der Aufsicht.

Doch draußen vor der Tür steht nur ein Schild: „Eltern haften für ihre Wahlzettel.“

#ErzieherInVollzeitGesucht